
Der uncertaintyMANAGER ist ein Programm zur Evaluation der Messunsicherheit in der Analytischen Chemie. Die Software implementiert unter anderem den Eurachem/CITAC guide "Quantifying Uncertainty in Analytical Chemistry" und den ISO "Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement (GUM)". Damit erfüllt die Software die Anforderungen der ISO/IEC/EN/DIN 17025(2005).
Sie unterstützt den Analytiker beim schrittweisen Durchgang des ganzen Evaluationsprozesses. Dieser Prozess setzt sich aus den folgenden vier Schritten zusammen:
Der uncertaintyMANAGER erfüllt bereits vollumfänglich alle diese Anforderungen. Damit ist die Software ein ideales Mittel um in Ihrem Labor die Berechnung der Messunsicherheit einzuführen. Es folgt ein Auszug aus der ISO/IEC/EN/DIN 17025(2005):
Ein Kalibrierlaboratorium oder ein Prüflaboratorium, das interne Kalibrierungen durchführt, muss über ein Verfahren zur Schätzung der Messunsicherheit für alle Kalibrierungen und alle Arten von Kalibrierungen verfügen und dieses anwenden.
Prüflaboratorien müssen über Verfahren für die Schätzung der Messunsicherheit verfügen und diese anwenden. In bestimmten Fällen kann die Art der Prüfmethode eine strenge metrologische und statistisch gültige Schätzung der Messunsicherheit ausschließen. Das Laboratorium muss in solchen Fällen mindestens versuchen, alle Komponenten der Messunsicherheit zu ermitteln, und eine vernünftige Schätzung der Messunsicherheit vornehmen und sicherstellen, dass der Prüfbericht keinen falschen Eindruck bezüglich der Unsicherheit erweckt. Eine vernünftige Schätzung muss auf der Kenntnis der Durchführung des Verfahrens und auf der Art der Messung basieren und z. B. von vorhergehender Erfahrung und von Validierungsdaten Gebrauch machen.
ANMERKUNG 1 Der Grad der Strenge, die bei der Schätzung der Messunsicherheit erforderlich ist, hängt von Faktoren ab wie z. B.:
ANMERKUNG 2 In den Fällen, wo ein bekanntes Prüfverfahren die Grenzwerte der Hauptquellen der Messunsicherheit und die Form der Darlegung des berechneten Ergebnisses festgelegt hat, wird angenommen, dass das Laboratorium diesen Abschnitt der Internationalen Norm durch Befolgen der Festlegungen für die Prüfmethode und die Form des Prüfberichtes erfüllt hat (siehe 5.10).
Bei der Schätzung der Messunsicherheit müssen alle Unsicherheitskomponenten, die für den betreffenden Fall von Bedeutung sind, in Betracht gezogen werden, wobei angemessene Auswertungsverfahren zu verwenden sind.
ANMERKUNG 1 Zu den Quellen, die zur Unsicherheit beitragen, gehören unter anderem die verwendeten Bezugsnormale und das verwendete Referenzmaterial, benutzte Verfahren und Einrichtungen, Umgebungsbedingungen, Eigenschaften und Zustand des zu prüfenden oder zu kalibrierenden Gegenstandes und das Bedienungspersonal.
ANMERKUNG 2 Das voraussichtliche Langzeitverhalten des zu prüfenden und/oder zu kalibrierenden Gegenstandes wird üblicherweise bei der Schätzung der Messunsicherheit nicht berücksichtigt.
ANMERKUNG 3 Weitere Informationen sind in den Normen der Reihe ISO 5725 und in dem 'Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement' enthalten (siehe Literaturhinweise).
Broschüre
UncertaintyManager wurden zu einem Flyer zusammengefasst. Er ist als pdf-Dokument zum Download bereit. UncertaintyManager (.pdf with 480 kByte)
Pressestimmen
Das Projekt und Produkt UncertaintyManager ist eine Erfolgsgeschichte (.pdf / 227 kByte) der Eureka.
Neue Software zur Reduzierung der Unsicherheit
UncertaintyManager ein Projekt, das vom EU-weiten Finanzierungsgremium EUREKA, das sich auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) konzentriert, unterstützt wird, hat eine neue Software zur Bestimmung der Messunsicherheit bei chemischen Analysen entwickelt. Die neue Software ermöglicht Forschern die Durchführung genauerer chemischer Messungen innerhalb und außerhalb des Labors und bietet eine Vielzahl von Anwendungen.
Auf der Welt gibt es 25.000 staatliche Kontrolllabore. Sie alle müssen bei der Bestimmung der chemischen Messungenauigkeit denselben hohen Standards genügen, etwa bei der Untersuchung von Lebensmitteln und Arzneimitteln, bei der Abfallkontrolle oder im Sport. Das Messergebnis kann von der Temperatur, der Feuchtigkeit und vielen anderen variablen Faktoren beeinflusst werden, die man unter dem Begriff Unsicherheit zusammenfasst. Die Kenntnis um den Grad der Unsicherheit ist ein wichtiges Element der Qualitätssicherung.
Zur Standardisierung des Grads der Unsicherheit hat die Internationale Standardisierungsorganisation (ISO) 1995 ein Handbuch zum Thema Messunsicherheit herausgegeben, dem später ein zweites von EURACHEM (European Analytical Chemistry Association) und der CITAC (Cooperation on International Traceability in Analytical Chemistry) herausgegebenes Handbuch folgte. Diese beiden Werke sind nicht immer sehr leicht zu benutzen, und hier kommt der Uncertainty Manager ins Spiel.
"Wir brauchten eine Software, um diese Hürde zu überwinden", sagte Dr. Bruno Wampfler vom Eidgenössischen Materialprüfungsinstitut, der das Projekt koordiniert. Uncertainty Manager ist zwar nicht das erste Computerprogramm zur Bestimmung der Unsicherheit, doch die bisher verfügbaren sind sehr langsam und zeitraubend. Uncertainty Manager ist das erste Programm, das auf einem gewöhnlichen PC läuft und die Berichterstattung über Unsicherheit automatisiert.
"Unsere Software ermöglicht die Bestimmung der Messunsicherheit bei komplexen Testverfahren in nur zehn Minuten", erklärt Dr. Wampfler. "Wir sind der Ansicht, dass das Uncertainty-Manager-System einen entscheidenden Beitrag dazu leistet, Messungen in aller Welt vergleichbar zu machen." Selbstverständlich berücksichtigt das Programm sowohl die Leitlinien der ISO als auch die von EURACHEM und CITAC.
Das Team, das sich aus Forschern von Instituten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammensetzt, wird wahrscheinlich einen unermesslichen Beitrag zu allen Arten von Testverfahren leisten, sei es bei den Olympischen Spielen oder in Handelsorganisationen.